Keine Angst vor “Taper Tantrum”

Wird die US-Notenbank Fed in Kürze ihre Anleihekäufe reduzieren? Sehen wir den Anfang eines Strategiewechsels? Angesichts der zunehmenden Nervosität der Märkte im Vorfeld der Notenbanktagung in Jackson Hole rät Esty Dwek, Head of Global Market Strategy bei Natixis Investment Managers, zu mehr Gelassenheit. Sie rechnet erst im November mit der Ankündigung der Fed, in 2022 ihre Anleihekäufe zu reduzieren – wahrscheinlich um 15 Mrd. USD pro Monat.
20. August 2021
Fed - Foto: © blvdone

Wird die US-Notenbank Fed in Kürze ihre Anleihekäufe reduzieren? Sehen wir den Anfang eines Strategiewechsels? Angesichts der zunehmenden Nervosität der Märkte im Vorfeld der Notenbanktagung in Jackson Hole rät Esty Dwek, Head of Global Market Strategy bei Natixis Investment Managers, zu mehr Gelassenheit. Sie rechnet erst im November mit der Ankündigung der Fed, in 2022 ihre Anleihekäufe zu reduzieren – wahrscheinlich um 15 Mrd. USD pro Monat.

Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Delta-Variante spreche gegen ein früheres „Tapering”. Sie ist überzeugt, dass Umfang und Zeitpunkt die Märkte nicht überraschen sollten, und hat ihre Allokation dementsprechend nicht verändert. Auch Parallelen zum sogenannten „Taper Tantrum“ hält die Marktstrategin des großen globalen Investmenthauses für übertrieben.

Dwek: „Wir befinden uns in einer ganz anderen Situation als 2013. Erstens kam die Ankündigung 2013 für alle überraschend, da nur wenige Tage zuvor “QE infinity” angekündigt worden war. Zweitens war die Wirtschaft im Jahr 2013 viel träger als heute. Heute ist die US-Wirtschaft stark und braucht keine monatlichen Liquiditätsspritzen in Höhe von 120 Mrd. USD. Und anders als damals war die Fed bislang sehr gut darin, die Weichen zu stellen und uns vor dem Tapering zu warnen. Wir wissen, dass es geschieht und dass es sinnvoll ist; der genaue Zeitpunkt spielt keine so große Rolle mehr.“

Wichtiger für die Märkte sei hingegen die Frage, wann die Fed mit Zinsschritten beginne. Hier erwartet Esty Dwek eine Pause zwischen dem Tapering und der ersten Zinserhöhung, was auf einen Start im Jahr 2023 und nicht vorher hindeute.

Dwek: „Da die Pandemie noch nicht ausgestanden ist und sich das Wachstum bis 2022 abschwächen wird, sind Spekulationen über Zinserhöhungen zum jetzigen Zeitpunkt sehr verfrüht. Im Jahr 2022 kann noch viel passieren, das den derzeit erwarteten Kurs verändert.“ (ah)

Foto: © blvdone — stock.adobe.com

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