Nach zehn verhaltenen Quartalen erlebt der Markt für nicht börsennotierte Infrastrukturinvestments ein starkes Comeback. In der ersten Jahreshälfte 2025 sammelten geschlossene Fonds rund 116 Milliarden US-Dollar ein. Damit liegen sie auf Augenhöhe mit den Höchstständen aus dem Jahr 2022 und haben bereits mehr Kapital eingeworben als im gesamten Vorjahr. Die Entwicklung unterstreicht, dass institutionelle Investoren der Anlageklasse Infrastruktur trotz des anspruchsvollen Marktumfelds verstärkt Kapital zuführen.
„Dass der Markt dieses Tempo trotz höherer Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten wieder erreicht, zeigt den wachsenden Stellenwert von Infrastruktur in den Portfolios institutioneller Investoren“, sagt Alex Murray, Infrastructure Research and Strategy Lead bei Unified Global Alternatives von UBS Asset Management.
Mega-Fonds treiben die Dynamik voran
Einen großen Anteil am Anstieg haben einzelne sehr große Fonds, die überproportional viele Mittel einsammeln. Allein die fünf größten Vehikel, die im ersten Halbjahr 2025 den Final Close erreichten, vereinten rund 65 Prozent des gesamten Fundraisings auf sich. Damit bestätigt sich der Trend zur Kapitalbündelung und zur Stärkung der Marktstellung erfahrener Manager, die über gewachsene Investorenbeziehungen verfügen. Für jüngere Marktteilnehmer wird es dadurch schwieriger, Zugang zu den größten Fonds zu erhalten. Dies verschärft den Wettbewerb um Allokationen weiter und führt dazu, dass sich Kapital stärker bei wenigen etablierten Akteuren konzentriert.
Steigende Allokationen und eine wachsende Pipeline
Die Fundamentaldaten sprechen für weiteres Wachstum. Das Volumen an „Dry Powder“, also noch nicht investierten Mitteln, fiel im Jahr 2024 um knapp 16 Prozent auf 348,6 Milliarden US-Dollar – ein historisch niedriger Wert. Mit der Erholung des Fundraisings und einer Pipeline an Fonds, die sich dem Ende ihrer Laufzeit nähern und Kapital an Investoren zurückführen, dürfte dieses Volumen in den kommenden Quartalen jedoch wieder steigen. Die Rückflüsse werden häufig in bestehende oder neue Fonds reinvestiert und verstärken so den positiven Kreislauf.
Parallel dazu haben institutionelle Anleger ihre Zielquoten für Infrastruktur weiter erhöht. „Wir sehen, dass institutionelle Anleger ihre Zielquoten für Infrastruktur kontinuierlich anheben“, so Murray. „Im Durchschnitt liegen diese mittlerweile bei knapp 6 Prozent. Die tatsächlichen Allokationen liegen aber noch rund einen Prozentpunkt darunter. Das deutet auf erhebliches weiteres Zuflusspotenzial hin.“
Damit ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Infrastrukturinvestments auch in einem Umfeld schwankender Märkte hoch bleibt. Investoren schätzen die Anlageklasse zunehmend als langfristigen Stabilitätsanker mit planbaren Cashflows und attraktiven Diversifikationseigenschaften.
„Das Zusammenspiel aus wieder anziehender Nachfrage, wachsender Kapitalverfügbarkeit, zunehmenden Rückflüssen und steigenden Allokationsquoten macht Infrastruktur zu einer der dynamischsten Anlageklassen im Bereich Alternatives und unterstreicht ihre wachsende Rolle in der strategischen Portfolioallokation institutioneller Investoren“, sagt Murray.




