Impact trifft auf Rendite: Biogas- und Holzenergie als Investmentchance

Biogasanlagen und Holzenergiewerke liefern einen messbaren Beitrag zur Dekarbonisierung, fördern regionale Wertschöpfung und bieten gleichzeitig stabile Cashflows sowie planbare Renditen.
9. September 2025
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Biogasanlagen und Holzenergiewerke liefern einen messbaren Beitrag zur Dekarbonisierung, fördern regionale Wertschöpfung und bieten gleichzeitig stabile Cashflows sowie planbare Renditen.

Klimawandel, Ressourcenknappheit und der Ruf nach mehr sozialer Teilhabe stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor enorme Aufgaben. Politische Initiativen und Programme allein reichen nicht aus, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Gefragt ist privates Kapital, das gezielt in Lösungen fließt, die ökologische Wirkung mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden. Impact Investing gilt dabei als Brücke zwischen Rendite und Verantwortung sowie als wirksamer Hebel für die Wärme- und Energiewende.

Ökologische Infrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Dabei nimmt die Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schreibt vor, dass erneuerbare Energien bis 2030 mindestens 80% des Bruttostromverbrauchs decken – noch ist dieses Ziel nicht erreicht. Auch die Wärmeversorgung, die mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs ausmacht, ist stark fossil geprägt und erfordert daher praktische Alternativen. Genau hier setzen Biogasanlagen und Holzenergiewerke an: Sie liefern erneuerbare Wärme, stabilisieren die Netze und eröffnen Investoren die Chance, mit resilienten Projekten sowohl gesellschaftliche Wirkung als auch stabile Renditen zu erzielen.

Biogas und Holz: Planbare Renditen aus nachhaltiger Energieinfrastruktur

Biogasanlagen nutzen nachwachsende Rohstoffe und Reststoffe wie Gülle, Bioabfälle oder Ernterückstände, um Strom und Wärme zu erzeugen. Dabei führen sie durch ihre Gärreste Nährstoffe zurück in den landwirtschaftlichen Kreislauf. Holzenergiewerke ergänzen dieses Bild. Sie verwenden z.B. Holzhackschnitzel oder Restholz, häufig aus regionaler Forstwirtschaft, und erzeugen damit besonders wertvolle grundlastfähige Energie. Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie sind sie nicht wetterabhängig, sondern können konstant liefern. Zudem entsteht in einigen Anlagen sogar Biokohle als Nebenprodukt, das dauerhaft Kohlenstoff bindet und z.B. als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft aber auch als industrieller Rohstoff eingesetzt werden kann.

Der Wert dieser Technologien wird im direkten Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien besonders deutlich. Während Solar- und Windparks in Spitzenzeiten Überproduktion erzeugen und Netze belasten, überzeugen Biogasanlagen und Holzenergiewerke durch planbare, dezentrale Erzeugung und direkte regionale Wertschöpfung. Für Investoren bedeutet das ein Investment in reale Assets mit stabilen Cashflows und nachhaltigem Impact.

Die Rolle von ELTIF-Fonds bei der Schließung von Finanzierungslücken 

Die Transformation der Energiewirtschaft ist mit hohem finanziellem Aufwand verbunden.  Das bedeutet eine gemeinsame Kraftanstrengung von privaten Investoren und der öffentlichen Hand. Denn viele Kommunen verfügen nicht über das notwendige Eigenkapital, um Fördermittel abzurufen oder klassische Bankdarlehen abzurufen. Dadurch geraten zahlreiche Projekte bereits in der Planungsphase ins Stocken. Genau hier setzen z.B. ELTIF-Fonds an: Sie ermöglichen die Finanzierung kompletter Projekte in privater Trägerschaft oder stellen – gemeinsam mit öffentlichen Partnern – eigenkapitalähnliche Strukturen bereit.

Ein aktuelles Beispiel ist das Holzenergiewerk in Zwickau, das mit rund 26 Millionen Euro durch den Next Infrastruktur Fonds finanziert wird.  Die Anlage, die 2027 ans Netz gehen soll, erzeugt Strom, Wärme und Biokohle. Die Kommune profitiert von einer verlässlichen Wärmequelle, während die Investoren Zugang zu stabilen Cashflows, planbaren Renditen, einem nachweisbaren ökologischen Impact und damit einem klaren Investment Case erhalten.

Rückenwind durch Förderprogramme und regulatorische Vorgaben

Die Attraktivität von Biogasanlagen und Holzenergiewerken beruht nicht nur auf ihrem technologischen Nutzen, sondern auf den politischen Rahmenbedingungen. Die Europäische Union hat mit dem REPowerEU-Plan unter anderem das Ziel ausgegeben, bis 2030 jährlich 35 Milliarden Kubikmeter Biomethan zu produzieren – dadurch entsteht ein Investitionsfeld in Milliardenhöhe. Zugleich schafft die RED-III-Richtlinie verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien und beschleunigte Genehmigungsverfahren.

In Deutschland zwingt das Wärmeplanungsgesetz seit Anfang 2024 die Kommunen, ihre Energieversorgung systematisch zu dekarbonisieren. Kommunale Wärmenetze sind dabei auf Partner angewiesen, die erneuerbare Wärme in ausreichender Menge und Verlässlichkeit liefern können. Investoren, die frühzeitig Engagement zeigen, profitieren von diesem regulatorischen Umfeld.

Resiliente Infrastruktur mit beherrschbarem Risiko

Natürlich gilt es auch, die Risiken im Blick zu behalten. Dazu gehört die Verfügbarkeit von Rohstoffen, regulatorische Abhängigkeiten oder die gesellschaftliche Akzeptanz. Doch die Risikofaktoren sind beherrschbar: Reststofforientierung reduziert die Abhängigkeit von knappen Primärrohstoffen, langfristige Lieferverträge bieten Stabilität, und moderne Emissionsstandards sowie eine nachhaltige Energieversorgung sorgen für Akzeptanz in den Regionen. Im Ergebnis bleibt ein Infrastruktur-Investment, das nicht nur mit Rendite, sondern auch mit Resilienz punktet und damit ins Portfolio von Impact Investoren passt.

Ausblick: Wärmewende braucht privates Kapital 

Die Wärmewende, also die Umstellung auf regenerative Heizenergie, wird die Nachfrage nach dezentraler Energieinfrastruktur spürbar ankurbeln. Durch das Wärmeplanungsgesetz sind Städte und Kommunen verpflichtet, konkrete Projekte umzusetzen. Ohne privates Kapital sind die dazu notwendigen Investitionsvolumina nicht zu stemmen.

Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Politik und privaten Investoren nicht immer reibungslos ist: Um die Klimaziele zu erreichen, ist sie unverzichtbar. Für institutionelle Investoren sind dabei vor allem langfristige Abnahmeverträge mit kommunalen Partnern interessant. Diese schaffen stabile Renditen, verlässliche Cashflows und ein Investitionsumfeld, das durch klare Regulierungsvorgaben und hohe gesellschaftliche Akzeptanz gestützt wird.

Gastbeitrag von Florian Philippi, Investmentmanager Infrastructure, Next Generation Invest GmbH

Florian Philippi — Foto: Copyright NEXT Generation Invest GmbH

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