High-Yield-Anleihen-Markt: elf Quartale in Folge mit positiven Renditen

Die Wirtschaft ist nach wie vor widerstandsfähig und die Finanzmärkte sind reichlich mit Liquidität versorgt, sodass die Ausfallraten im globalen High Yield-Anleihen-Markt niedrig bleiben dürften, so die Einschätzung von Roland Hausheer, Senior Portfolio Manager für Swisscanto LUX High-Yield-Anleihenlösungen. Diese Kombination könne es Unternehmen ermöglichen, anstehende Fälligkeiten zu refinanzieren und damit das Ausfallrisiko zu verringern.
13. August 2025
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Die Wirtschaft ist nach wie vor widerstandsfähig und die Finanzmärkte sind reichlich mit Liquidität versorgt, sodass die Ausfallraten im globalen High Yield-Anleihen-Markt niedrig bleiben dürften, so die Einschätzung von Roland Hausheer, Senior Portfolio Manager für Swisscanto LUX High-Yield-Anleihenlösungen. Diese Kombination könne es Unternehmen ermöglichen, anstehende Fälligkeiten zu refinanzieren und damit das Ausfallrisiko zu verringern.

„Die Rating-Agentur Moody’s berichtete in ihrem ‚Default Report‘ vom vergangenen Juni, dass die globale kapitalgewichtete Ausfallrate für Hochzinsanleihen bei nur 1,9% liege. Die Basisprognose der Agentur ist eindeutig: Die Ausfallraten werden 2025 tendenziell sinken, insbesondere in den USA.

Der globale Hochzinsmarkt verzeichnete mit 3% in Lokalwährung im zweiten Quartal 2025 bereits das elfte Quartal in Folge positive Renditen – wobei die Vergangenheit kein Rückschluss auf zukünftige Rendite zulässt. Wie an den Aktienmärkten waren auch hier erhebliche regionale Unterschiede zu beobachten: US-Hochzinsanleihen legten beeindruckende 3,6% zu, während europäische und Schwellenländer-Hochzinsanleihen um rund 2,2% stiegen

Der Markt für besicherte High-Yield-Anleihen wiederum zeigt ebenfalls eine positive Entwicklung und wächst rasant. Seit Beginn des Jahres 2025 ist das Marktvolumen gemäß ICE-Benchmark-Daten um weitere USD 100 Milliarden auf insgesamt USD 862 Milliarden angestiegen. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre hat sich der Markt gar verdoppelt. Der Anteil besicherter Hochzins-Anleihen am Gesamtmarkt ist in der Folge von 30% im Jahr 2024 auf 34,5% im Jahr 2025 gestiegen. Besonders in Europa scheinen besicherte Anleihen beliebt: Zwei von drei Neuemissionen werden hier in Form von besicherten Anleihen emittiert. In den USA liegt der Anteil zwar ‚nur‘ bei etwa 40%, aber damit immer noch deutlich über den historischen Durchschnittswerten.

Ein zentrales Merkmal besicherter Hochzinsanleihen ist ihre Absicherung durch Vermögenswerte sowie ihre vorrangige Stellung in der Kapitalstruktur des Emittenten. Diese Eigenschaften führen zu einer höheren Erlösquote (Recovery Value) im Falle von Restrukturierungen oder Insolvenzen. Die Kombination aus Besicherung und vorrangiger Rückzahlungsposition kann sie zu einer interessanten Option für Investoren machen, insbesondere in Phasen erhöhter Marktunsicherheit.

Mit Blick auf die weitere Marktentwicklung ist davon auszugehen, dass sich die Kreditspreads in der zweiten Jahreshälfte in einer engen Bandbreite bewegen könnten. Insgesamt präsentiert sich der Hochzinsmarkt weiterhin in solider Verfassung, und die Fundamentaldaten der Unternehmen erscheinen robust. Regional wäre aus mehreren Gründen weiterhin Europa gegenüber den USA zu bevorzugen. Einerseits hat der Rückgang der Inflation der Europäischen Zentralbank EZB Spielraum für eine Senkung der Leitzinsen um zwei Prozentpunkte gegenüber ihrem jüngsten Höchststand verschafft. Andererseits könnte die expansive Fiskalpolitik in Deutschland dem Wachstum Auftrieb geben. Und drittens erscheinen die europäischen privaten Haushalte weiterhin finanziell gesund, was den Konsum stützen dürfte.

In den vergangenen Wochen gab es vermehrte Zuflüsse in europäische Hochzinsfonds, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass die nachlassenden Handelsspannungen die Rezessionssorgen der Anlegerinnen und Anleger etwas reduziert haben. Im Hochzinssegment eröffnen sich derzeit verschiedene Anlagemöglichkeiten. Anleihen mit Single-B-Rating können attraktive relative Wertchancen bieten. Wichtige Faktoren dafür sind überschaubare Refinanzierungsrisiken, Zinsdeckungsquoten, die in den meisten Sektoren nahe dem historischen Median liegen, sowie das Potenzial, BB-Anleihen in Szenarien mit erneuter Marktvolatilität oder einer steileren Zinsstrukturkurve zu übertreffen. Zudem besteht weiterhin Spielraum für eine weitere Spreadkompression. Hochzinsanlagen dürften auch künftig stabile, carry-ähnliche Renditechancen liefern.

Gleichzeitig gilt es auch Risiken einzubeziehen: Steigende Zölle und anhaltende Handelsspannungen bleiben ein wesentliches Risiko für das globale Wachstum und die Handelsaktivitäten. Weiter könnten sich unerwartete makroökonomische Schocks oder erneute Volatilität auf die Kreditspreads und die Performance von Hochzinsanleihen auswirken.

Das Fazit lautet: Trotz des Gegenwinds durch die angekündigten US-Zölle und das nachlassende globale Wachstum erscheint der Hochzinsmarkt als robust, insbesondere in Europa. Eine unterstützende Geld- und Fiskalpolitik in Verbindung mit gesunden Fundamentaldaten der Unternehmen dürfte für ein günstiges Anlageumfeld sorgen. Insbesondere Anleihen mit einem Single-B-Rating können attraktive Chancen bieten und zeigen Potenzial für eine solide Performance, selbst in Phasen erhöhter Marktvolatilität. Angesichts der anhaltenden Risiken durch Zölle und der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit ist jedoch Vorsicht geboten.“

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