Die US-Notenbank könnte schon bald wieder ihre Bilanz verkleinern – und die Märkte dürften davon kaum Notiz nehmen. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Analyse von PIMCO-Ökonomin Tiffany Wilding. Bereits das Ende der jüngsten Phase des Quantitative Tightening (QT) sei „weitgehend geräuschlos“ verlaufen.
Tatsächlich mehren sich laut Wilding die Stimmen innerhalb der Fed, die für eine Fortsetzung plädieren. Hintergrund sei ein strukturelles Problem: Regulatorische Vorgaben zwingen Banken dazu, hohe Liquiditätspuffer zu halten – und treiben damit langfristig die Nachfrage nach Zentralbankreserven und somit die Bilanzsumme nach oben.
Ohne Gegenmaßnahmen drohe die Fed-Bilanz weiter zu wachsen, so Wilding. Diskutiert werden daher Anpassungen bei Liquiditätsregeln, die Banken mehr Flexibilität geben könnten – etwa durch stärkere Nutzung von Notfallfazilitäten oder Umschichtungen in kurzlaufende Staatsanleihen.
Der Effekt auf die Märkte dürfte überschaubar bleiben. Solange der Prozess graduell und gut kommuniziert erfolgt, seien die Auswirkungen „voraussichtlich vernachlässigbar“. Ganz im Sinne der früheren Fed-Chefin Janet Yellen, die den QT-Prozess schon 2017 mit „dem Zuschauen beim Trocknen von Farbe“ verglich.




