HighlightMärkteEZB toleriert überhöhte Inflation

Tomasz Wieladek, International Economist bei T. Rowe Price, kommentiert das neue symmetrische Inflationsziel der Europäischen Zentralbank:
12. Juli 2021
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Tomasz Wieladek, International Economist bei T. Rowe Price, kommentiert das neue symmetrische Inflationsziel der Europäischen Zentralbank:

„Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Inflationsziel auf zwei Prozent erhöht und sich außerdem zur Symmetrie verpflichtet. Die Inflation kann also sowohl über als auch unter das Ziel hinausschießen. Abweichungen vom Zwei-Prozent-Ziel in beide Richtungen sind unerwünscht. Die EZB hat aber auch klar gesagt, dass an der Nullzinsgrenze eine deutlich unter dem Ziel liegende Inflation nicht erstrebenswert ist, da sich dadurch niedrige Inflationserwartungen verfestigen können.

Aus diesem Grund, so die EZB, bevorzuge sie eine energische Geldpolitik an der unteren Nullgrenze. Deshalb ist laut EZB eine vorübergehende Periode einer moderat über dem Ziel liegenden Inflation akzeptabel.“

„Auf Basis unserer Prognosen bedeutet dies, dass die EZB eine über dem Inflationsziel liegende Rate, die die Eurozone in der zweiten Jahreshälfte 2021 erfahren wird, ignorieren wird. Selbst wenn die Inflation des Verbraucherpreisindex (VPI) im Euroraum auf drei Prozent und in Deutschland auf deutlich über vier Prozent im Jahresvergleich ansteigt, wird die Geldpolitik sehr akkommodierend bleiben, da die EZB zuversichtlich ist, dass die Inflation im Jahr 2022 wieder zurückgehen wird.“

„Während der aktuelle Inflationsschub eindeutig vorübergehend ist, könnte das Bild im Jahr 2023 anders aussehen – insbesondere, wenn die Inflation auf deutlich erhöhte Mindestlöhne zurückzuführen ist, wie sie einige Parteien in Deutschland vorschlagen. Eine starke Anhebung des Mindestlohns würde sich voraussichtlich auf die gesamte Lohnverteilung auswirken, und falls sich eine hohe Lohninflation verfestigt, könnte die EZB auf diese Entwicklung reagieren.“

Foto: © lukasgerber- stock.adobe.com

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