Ein struktureller Wachstumsmarkt

Die geopolitischen Risiken nehmen zu. Verteidigung und Rüstungsausgaben sind wieder ein Thema geworden. Darauf setzen auch einige Anbieter. Die Warburg Bank hat nun einen Verteidigungsfonds auf den Markt gebracht. II-Chefredakteur Alexander Heftrich sprach mit Fondsmanager Michel Hoffmann.
22. September 2025
Michel Hoffmann - Foto: Copyright M.M.Warburg & Co.

Die geopolitischen Risiken nehmen zu. Verteidigung und Rüstungsausgaben sind wieder ein Thema geworden. Darauf setzen auch einige Anbieter. Die Warburg Bank hat nun einen Verteidigungsfonds auf den Markt gebracht. II-Chefredakteur Alexander Heftrich sprach mit Fondsmanager Michel Hoffmann.

 INTELLIGENT INVESTORS: Herr Hoffmann, Rüstung ist ein großes Thema. Sie haben dazu einen European Defence Equity Fund ins Leben gerufen. Können Sie uns die Charakteristika dieses Produkts einmal kurz vorstellen?

Michel Hoffmann: Der European Defence Equity Fund investiert in Unternehmen, die vom Wachstum und der Entwicklung des europäischen Verteidigungssektors profitieren. Etwa 50 % der Aktien sind reine Rüstungswerte, circa 30 % Zulieferunternehmen und rund 20 % entfallen auf Gesellschaften aus dem Bereich Logistik und Infrastruktur. Viele der Technologien haben sowohl zivilen als auch militärischen Nutzen, wodurch Investoren auch von innovativen Entwicklungen profitieren, die dem zivilen technischen Fortschritt dienen.

II: Der Megatrend „Defence“ lässt die Waffenindustrie seit geraumer Zeit boomen. Ist nicht bereits vieles in den Kursen eingepreist?

Hoffmann: Aus unserer Sicht spricht alles für einen strukturellen Wachstumsmarkt, der durch den NATO-Beschluss, 5 % des BIPs in die Verteidigung fließen zu lassen, unterstrichen wurde. Deutschland hat eine fundamentale Kehrtwende vollzogen, die schuldenfinanzierte Verteidigungsausgaben ermöglicht. Die EU zielt mit “Readiness 2030” darauf ab, bis zu 800 Mrd. Euro zu mobilisieren. Diese Entwicklungen spiegeln sich noch nicht vollumfänglich in Auftragslage und Gewinnprognosen wider — daher sehen wir attraktives Renditepotenzial.

II: Ihr Aktienfonds investiert in ein diversifiziertes Portfolio von 40 bis 50 Titeln. Wie wichtig ist Ihnen diese Vielfalt an Titeln? Wo werden Sie regional im Besonderen fündig?

Hoffmann: Diversifikation, aktuell über 40 bis 50 Titel, ist für uns essentiell — sie streut Risiken über verschiedene Verteidigungssubsektoren, von Cybersecurity bis Raumfahrt, und über unterschiedliche Unternehmensgrößen. Regional fokussieren wir uns europäische Länder, aktuell machen Aktien von Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich mehr als die Hälfte des Portfolios aus.

II: „Defence“ ist kein neues Thema am Markt. Es gibt u.a. einige ETFs, die darauf fokussiert sind. Wo liegt bei Ihrem Produkt der Mehrwert?

Hoffmann: Der European Defence Equity Fund ist derzeit der einzige aktiv gemanagte Verteidigungsfonds, der fast ausschließlich in Europa investiert. Es gibt ETFs, die ebenfalls diesen Länderschwerpunkt haben. Hier unterscheiden wir uns dadurch, dass wir keine Benchmark haben. Durch unseren innovativen Gewichtungsansatz, der sich nicht allein an der Marktkapitalisierung orientiert, sind die Top-10-Positionen des Fonds aktuell alle kleiner als 5 %.

II: Rüstung als nachhaltige Investments. Ein kontroverses Thema. Wie ist hierzu Ihr Standpunkt?

Hoffmann: Die Warburg Bank würde Rüstungswerte nicht in explizite Nachhaltigkeitsfonds aufnehmen. Der European Defence Equity Fund befolgt jedoch unsere strengen ESG Investment Mindeststandards. Dadurch schließen wir unter anderem Investitionen in Unternehmen aus, die mit international geächteten Waffen in Verbindung stehen.

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