Der Ausverkauf am japanischen Anleihemarkt vor zwei Wochen hatte die langfristigen Renditen auf historische Höchststände getrieben und Schockwellen durch die globalen Finanzmärkte geschickt. Auch im Yen gab es dank befürchteter Interventionen reichlich Bewegung. Nach Ansicht von Yuji Maeda, Head of Investment Global Fixed Income, und Dr. Sönke J. Siemßen, Head of Client Portfolio Management bei Nomura Asset Management, dienen Währungsinterventionen vor allem der Marktstabilisierung, ihre Wirkung sei kurzfristig. Anleger mit einem Anlagehorizont von mehreren Monaten oder länger sollten ihre Entscheidung nicht darauf aufbauen, sondern die fundamentalen Trends dahinter sehen:
- Japanische Staatsanleihen bieten wieder attraktive Renditen. Mit rund 3,6%[1] für 30-jährige Staatsanleihen liegt diese über der vergleichbarer Bundesanleihen.
- Die Normalisierung der japanischen Geldpolitik ist wichtigster Bestimmungsfaktor des Renditeanstiegs.
- Der japanischer Staatshaushalt verzeichnet einen Primärüberschuss, trotz expansiver Fiskalpolitik.
- Der Yen dürfte bis zum Sommer leicht aufwerten. Diese Entwicklung wird durch zwei gegenläufige Faktoren bestimmt:
- Für eine deutliche Aufwertung spricht die sinkende Zinsdifferenz, gerade gegenüber dem US-Dollar.
- In Richtung einer weiteren Abschwächung wirken Japans Handelsbilanzdefizit und eine signifikante Umschichtung japanischer Sparer hin zu globalen Aktien.
[1] Stand 28.01.2026, Quelle: Bloomberg.




