Digitaler Schub im Gesundheitsmarkt

Gesundheit zählt zu den großen Megatrends unserer Zeit und ist ein globaler Wachstumsmarkt. Der innovationsstarke Teilbereich „Digital Health“ sorgt für viel Dynamik in der Branche. Anlässlich unseres INTELLIGENT INVESTORS-Thementalks baten wir den Referenten Andreas Dittmer um seine Einschätzung.
20. März 2023
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Gesundheit zählt zu den großen Megatrends unserer Zeit und ist ein globaler Wachstumsmarkt. Der innovationsstarke Teilbereich „Digital Health“ sorgt für viel Dynamik in der Branche. Anlässlich unseres INTELLIGENT INVESTORS-Thementalks baten wir den Referenten Andreas Dittmer um seine Einschätzung.

Gesundheit zählt heute für eine immer älter werdende Gesellschaft zu den wesentlichen Lebenszielen überhaupt. Gleichzeitig ist sie eine Konstante – unabhängig von Inflationssorgen und makroökonomischen Unsicherheiten. Denn Krankheiten werden behandelt und Medikamente verabreicht. Vor diesem Hintergrund wächst der globale Gesundheitsmarkt in den letzten Jahrzehnten stetig – nicht nur in den entwickelten Ländern, sondern auch in den Emerging Markets. Er ist mittlerweile etwa 10 Bio. US-Dollar groß und macht je nach Region bis zu 20 % der Wirtschaftsleistung aus. Das Aufholpotenzial der Emerging Markets ist dabei enorm. Die Ausgaben im Gesundheitsmarkt in Prozent des BIP liegen hier noch im einstelligen Bereich. In prosperierenden Märkten steigen die Ausgaben schon aufgrund des anziehenden Brutto-Inlandsproduktes an. Das Wachstum findet zudem auf breiter Ebene in vielen Bereichen statt. Dazu gehören neben Biotechnologie-Pionieren, Versicherer und andere Gesundheitsdienstleister auch Handels- und Logistikunternehmen, Medizintechnik-Unternehmen, Klinikketten, Infrastruktur-Unternehmen, Softwareunternehmen oder Entsorger für Medizinmüll. Die WHO-Prognose bis 2030 liegt bei 5,9 % p. a., im Digital-Health-Sektor wird mehreren Studien zufolge sogar ein zweistelliges Wachstum in der Höhe von 20 % p. a. erwartet.

Innovation und Effizienz

Ein wesentlicher und langfristiger Treiber für das Wachstum des Gesundheitsmarktes ist die historisch beispiellose Innovations- kraft der Gesundheitsbranche. Und hier hat der Digital-Health-Sektor die Nase vorn. Denn die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche schreitet unablässig voran. Teilbereiche sind Krankenhaus-IT, Robotik, Künstliche Intelligenz (KI) oder vernetzte Services auf mobilen Geräten. Digital Health kann die Prävention, die Diagnose und die Behandlung verbessern. Mit ihr hält auch eine zunehmende Effizienz Einzug in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in ärztlichen Praxen oder der Verwaltung. Dies ist zwingend notwendig, um unsere Gesundheitssysteme langfristig finanzierbar zu machen. Dienstleister, die Services anbieten, um die Behandlungskette effizienter zu nutzen, stechen in der Entwicklung des Digital-Health-Marktes besonders hervor. Dabei gibt es verschiedene Geschäftsmodelle, die sich teilweise an Patientinnen und Patienten wenden, teilweise an die Ärzteschaft oder aber auch an die Krankenversicherungen.

So entwickeln sich zum Beispiel derzeit in den USA Ansätze, die die Geschäftsmodelle von Krankenversicherungen und Versorgern kombinieren. Aber auch in der Medizintechnik bringt die Digitalisierung einen spürbaren Mehrwert, etwa für Diabetiker. Mittelfristig ist davon auszugehen, dass der Prävention ein deutlich höherer Stellenwert in der Gesundheitsversorgung zukommen wird. Hier kommen dann Unternehmen ins Spiel, die mit digitalen Diagnose- und Monitoring-Lösungen punkten können, zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

KI ermöglicht Big-Data-Verarbeitung

Einen besonderen Stellenwert im Digital-Health-Markt nimmt Künstliche Intelligenz (KI) ein. Verschiedenen Prognosen zufolge ist sie auf dem Weg, ein Multi-Milliarden-Markt zu werden. Führend sind hier vor allem Unternehmen in den USA und Asien. Die Bandbreite ist groß: KI kann in Zukunft zum Beispiel dabei helfen, neue Medikamente schneller zu entwickeln, Hautkrebs sicherer zu diagnostizieren oder Tausende von MRT-Aufnahmen effizienter zu analysieren. Zeitliches Einsparpotenzial bei der Entwicklung von Medikamenten wird Studien zufolge bereits auf 30 bis 40 % beziffert. Bei einer durchschnittlichen Entwicklungsdauer von zwölf Jahren ist dies auch eine signifikante Kostenersparnis bei Forschungsprojekten. Sehr gute Einsatzmöglichkeiten bieten auch die Intensivmedizin und die Individualisierung von Therapien. Die gesamte Onkologie verändert sich derzeit, um große Datenmengen für die Forschung zu vernetzen. Welche Therapie im Einzelfall optimal ist, lässt sich teilweise nur auf der Basis großer Datenmengen und mit Hilfe von KI identifizieren. Die Vielfalt der Gesundheitsunternehmen, die in KI investieren, ist enorm. Sie nutzen KI etwa bei bionischen Knieprothesen, die sich an die Gangart der jeweiligen Person anpassen, oder zur deutlich schnelleren Diagnose von Schlaganfällen, bei denen jede Minute zählt.

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