“Die Weltwirtschaft ist im Stresstest”

Nach dem Verkünden der Zollbeschlüsse von US-Präsident Donald Trump am 2. April bleibt die Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik groß. Viele Fragen sind offen. Inwieweit sind die Zölle dauerhaft oder verhandelbar, und wie wird dies von Land zu Land variieren?
8. April 2025
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Nach dem Verkünden der Zollbeschlüsse von US-Präsident Donald Trump am 2. April bleibt die Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik groß. Viele Fragen sind offen. Inwieweit sind die Zölle dauerhaft oder verhandelbar, und wie wird dies von Land zu Land variieren?

Werden einige Länder mit Zugeständnissen, Vergeltungsmaßnahmen oder beidem reagieren? Wie wird Trump darauf wiederum reagieren? „Aber selbst, wenn dies alles klar wäre, ist es schwierig abzuschätzen, wie sich die Zölle auf eine Volkswirtschaft tatsächlich auswirken“, sagt Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS Asset Management. Eines ist seiner Ansicht nach aber klar: „Auch wenn das Marktumfeld schwieriger geworden ist, haben die Vorteile einer Diversifikation zugenommen, da die Korrelationen zwischen Anlageklassen und Regionen gesunken sind. Daraus ergeben sich Chancen, aber auch die Notwendigkeit eines bewussten Risikomanagements“, so Brown.

Stresstest für die Weltwirtschaft: Duration und Gold als Absicherung

US- und Weltwirtschaft stehen weiterhin auf einem soliden Fundament mit gesunden Bilanzen im Privatsektor. „Allerdings wird die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten einem Stresstest unterzogen, und wir haben das Risiko in unseren Portfolios entsprechend reduziert“, erläutert Brown. Aktien sind nur moderat übergewichtet. Übergewichtungen in Duration und Gold sollen für Diversifizierung und Absicherung bei unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen sorgen.

Auch wenn aufgrund der Eskalation bei den Zöllen US-Anleihen durchaus umstritten sind, können sie ein wichtiger Diversifikator im Portfolio sein. „Sind Investitionen in Duration sinnvoll, wenn eine höhere Inflation dazu führen könnte, dass die US-Notenbank zögerlicher die Zinsen senkt? Wir meinen ja“, so Brown. Zwar könnte die Notenbank Zinssenkungen aufschieben, aber der Markt würde die Notwendigkeit späterer Senkungen einpreisen. Aufgrund der positiven Korrelation von Aktien und Anleihen in den vergangenen Jahren sind viele Anleger zwar vorsichtig bei Anleihen. Die Abwärtsrisiken für das Wachstum sind aber so stark gestiegen, dass sich die Korrelation wieder in den negativen Bereich verschieben dürfte. „Sollte die Aktien-Anleihen-Korrelation dennoch bei anhaltender Inflation steigen, wird Gold eine nützliche diversifizierende Anlage sein“, meint Brown.

Aktien regional diversifizieren

Zudem sprechen die gesunkenen Korrelationen zwischen einzelnen Aktienmärkten für eine regionale Diversifizierung und eine Ausweitung der Aktieninvestments außerhalb der USA, was über die Zeit zu höheren risikobereinigten Erträgen führen sollte. „Aus regionaler Sicht bevorzugen wir einen ausgewogenen Mix aus Qualitätsaktien, vornehmlich aus den USA, und Anlagechancen in europäischen Banken und chinesischen Tech-Aktien“, sagt Brown.

US-Dollar erweist sich als nicht mehr ganz so sicherer Hafen

Auf der Währungsseite setzt er auf den japanischen Yen, während er vorsichtiger beim US-Dollar ist. „Angesichts großer nicht-währungsgesicherter ausländischer Bestände in US-Aktien und der politischen Unsicherheit in den USA sind die Qualitäten des US-Dollar als sicherer Hafen gesunken“, begründet Brown.

 

 

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