Die ökonomische Erschließung des Weltraums – Investieren jenseits von SpaceX

Die globale Weltraumwirtschaft hat im Jahr 2026 eine entscheidende Schwelle überschritten: Aus einem reinen Forschungsfeld wird eine Infrastrukturschicht der Weltwirtschaft. Während in der Vergangenheit staatliche Akteure dominierten, sind heute über 75 Prozent der Branche kommerziell geprägt.
4. Juni 2026
Foto: © dracozlat - stock.adobe.com

Die globale Weltraumwirtschaft hat im Jahr 2026 eine entscheidende Schwelle überschritten: Aus einem reinen Forschungsfeld wird eine Infrastrukturschicht der Weltwirtschaft. Während in der Vergangenheit staatliche Akteure dominierten, sind heute über 75 Prozent der Branche kommerziell geprägt.

Der bevorstehende Börsengang von SpaceX, bewertet mit 1,75 Billionen US-Dollar, rückt den Sektor aktuell stark in den Fokus. Doch der Blick nur auf Raketenbauer greift zu kurz. Der adressierbare Gesamtmarkt soll bis 2035 auf rund 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen – und damit doppelt so schnell expandieren wie das globale Bruttoinlandsprodukt. Wer an dieser industriellen Revolution und der „neuen Telekommunikationsinfrastruktur“ partizipieren will, benötigt eine „Spitzhacken-und-Schaufel“-Strategie: Relevante Investitionschancen finden sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von essenziellen Rohstoffzulieferern über Tech-Giganten bis hin zu europäischen Champions.

Metzler Asset Management analysiert in der aktuellen Megatrend-Studie „Die ökonomische Erschließung des Weltraums“ präzise diese Wertschöpfungskette, drei Kernpunkte kristallisieren sich heraus:

  • Fokus auf Cashflows: Unternehmen mit stabilen, wiederkehrenden Einnahmen (z. B. über Wartungsverträge oder Datenabonnements) können die hohe Kapitalintensität und die steile Produktivitäts-J-Kurve des Sektors am besten abfedern.

 

  • Souveränität als Burggraben: Akteure, die eine zentrale Rolle in der nationalen oder europäischen Sicherheitsarchitektur spielen, genießen einen impliziten Schutz durch staatliche Budgets und strategische Industriepolitik.

 

  • Die Hardware-Basis nutzen: Die „Enabler“ der Wertschöpfungskette verfügen über starkes Wachstumspotenzial – völlig unabhängig davon, welcher Satellitenbetreiber am Ende dominiert.

Neben den immensen Chancen beleuchtet die Studie auch die „dunkle Seite“ der Thematik. Aspekte wie die Umweltbelastung durch Raketenstarts und das systemische Risiko durch Weltraumschrott erfordern von Investoren ein striktes Risikomanagement und den kritischen Blick auf künftige Regulierungen.

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