Der Markt hat den runderneuerten ELTIF positiv aufgenommen

Neben Aktien und Anleihen gewinnen Alternatives in der Gunst der Investoren immer mehr Zuspruch. Neuerdings liest man viel über den ELTIF 2.0. Zu seinem Erfolgspotenzial sprach die Chefredaktion mit Dr. Philipp Bunnenberg, Head of Alternative Markets, Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI).
19. März 2025
Dr. Philipp Bunnenberg - Foto: Copyright BVAI

Neben Aktien und Anleihen gewinnen Alternatives in der Gunst der Investoren immer mehr Zuspruch. Neuerdings liest man viel über den ELTIF 2.0. Zu seinem Erfolgspotenzial sprach die Chefredaktion mit Dr. Philipp Bunnenberg, Head of Alternative Markets, Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI).

INTELLIGENT INVESTORS: Die ELTIF 2.0‑Maschinerie ist am Laufen. Aus Ihrer Wahrnehmung, wie stehen die Chancen, dass die Nachfrage beim Neustart höher ausfallen und es eine „Erfolgsgeschichte“ wird?

Dr. Philipp Bunnenberg: Die Novellierung der ELTIF-Verordnung und damit deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für semi-professionelle und Kleinanleger lassen darauf hoffen, dass der Neustart gelingt. Der Markt hat den runderneuerten ELTIF positiv aufgenommen. Viele Anbieter sind mit ihren ersten ELTIFs im 1. Quartal 2025 ins neue Jahr gestartet und bereits im Vorjahr wurden mehr ELTIFs aufgelegt denn je. Für den langfristigen Erfolg werden derzeit noch ein paar formale Hindernisse im Vertrieb und bei der Abwicklung aus dem Weg geräumt.

II: Bindung über eine langen Zeithorizont. Sind ELTIFs für private Investoren grundsätzlich geeignet?

Dr. Bunnenberg: Mit Augenmerk auf den Vermögensaufbau bieten die Privatmärkte wichtige Portfoliobausteine, die bei privaten Investoren bis dato zu kurz kamen, nun aber durch ELTIFs integraler Bestandteil der langfristigen Sicherung der privaten Altersvorsorge werden können. Grundsätzlich gehen eine lange Kapitalbindung in Privatmarktanlagen und die Langfristigkeit des Vermögensaufbaus Hand in Hand. Schlussendlich muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Privatmarktanlage zur persönlichen Lebenssituation, der Risikobereitschaft und dem Anlageziel passt.

II: Welche Rolle spielt dabei die Aufklärungsarbeit durch die Berater? 

Dr. Bunnenberg: Fehlende Erfahrungswerte bei Kundenberatern als auch den Anlegern führen derzeit noch zu Startschwierigkeiten beim ELTIF 2.0. Das sind aber keine unüberwindbaren Hürden. Eine intensive Wissensvermittlung, das betrifft Berater und Zielkunden, ist für den langfristigen Erfolg wichtig.

II: Welche Trends stellen Sie bei Institutionellen hinsichtlich der Allokation von ELTIFs fest?

Dr. Bunnenberg: Die letzte Umfrage des BAI unter privatmarktetablierten institutionellen Investoren ergab, dass diese bisher nur in wenigen Ausnahmefällen ELTIFs in Erwägung ziehen. Damit die institutionelle Nachfrage steigt, müsste der ELTIF bisher nur schwer umsetzbare Anlagestrategien ermöglichen oder neue Anreize über die anwendbaren institutionellen Anlegerregulierungen bieten. Attraktiv ist der ELTIF bereits jetzt für kleinere institutionelle Anleger, denen geringere Mindestanlagesummen entgegenkommen.

II: Umreißen Sie abschließend kurz die Chancen und Risiken, die es zu berücksichtigen gilt.

Dr. Bunnenberg: Das Liquiditätsprofil des ELTIFs muss der Illiquidität der zugrundeliegenden Wertanlagen angemessen sein. Zudem muss das individuelle Anlegerprofil zum Liquiditätsprofil des ELTIFs passen. Lange Anlagehorizonte begrenzen etwaige Liquiditätsrisiken ganz natürlich. Dann können Privatmarktanlagen Werttreiber und zugleich Diversifikator im Portfolio sein und damit das Gesamtrisiko reduzieren.

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