Alternative InvestmentsHighlightAlternative Assets als des Rätsels Lösung?

Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management wird die Frage der Portfoliokonstruktion für Anleger angesichts der extrem niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen weit über Covid-19 eine der größten Herausforderungen bleiben. Denn Staatsanleihen haben in einem Portfolio traditionell zwei Rollen übernommen: Einerseits waren sie eine Quelle stetiger und stabiler Erträge. Und andererseits haben sie den Portfolios in Zeiten von Marktstress Schutz geboten.
13. Juli 2020
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Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management wird die Frage der Portfoliokonstruktion für Anleger angesichts der extrem niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen weit über Covid-19 eine der größten Herausforderungen bleiben. Denn Staatsanleihen haben in einem Portfolio traditionell zwei Rollen übernommen: Einerseits waren sie eine Quelle stetiger und stabiler Erträge. Und andererseits haben sie den Portfolios in Zeiten von Marktstress Schutz geboten.

„Traditionell sind Rezessionen mit einer Senkung der Zinssätze durch die Zentralbanken einhergegangen, wodurch die Anleihekurse in Phasen mit fallenden Aktienkursen stiegen. Dadurch verringerte sich in Baissemärkten der Gesamtbetrag der Kapitalverluste. Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, sieht es nicht so aus, als würden die Staatsanleihen der Industrieländer auch nur einen der beiden Zwecke ausreichend erfüllen können“, betont Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Da heute selbst Staatsanleihen mit langer Laufzeit in weiten Teilen Europas nur sehr geringe bis gar keine Erträge einbringen, bleibt für Zeiten von Marktstress nur wenig Puffer.

„Wer nun bei der Portfoliokonstruktion die Allokation in Staatsanleihen deutlich reduziert, beispielsweise in Aktien oder Hochzinspapiere, kann zwar die Renditeaussichten verbessern, allerdings wäre dieses Portfolio wesentlich schlechter gegen Ausschläge von Volatilität gewappnet. Die Herausforderung für Anleger besteht also darin, Anlagen zu finden, die eine geringe Korrelation zu Aktien aufweisen und im Idealfall gleichzeitig Erträge generieren“, führt der Stratege aus.

Denn gerade in volatilen Marktphasen wie im März spielen Korrelationen eine wichtige Rolle. Die dramatische Marktentwicklung hatte viele Marktteilnehmer zu einer Flucht in Liquidität veranlasst, sodass es vorübergehend zu einem gleichzeitigen Kursrückgang sowohl bei Risikoanlagen, als auch bei den vermeintlich ‚sicheren Häfen‘ der Staatsanleihen kam. Für viele Portfolios funktionierte somit in der Phase der größten Unsicherheit die klassische Diversifikation zwischen qualitativ hochwertigen Anleihen und Aktien nicht mehr.

 

Eine Lösung für diese Problematik bieten alternative Anlageklassen: Nicht nur dass sie zu einer deutlich stabileren Entwicklung als die an öffentlichen Börsenplätzen gehandelten Werte tendieren, weil sie nicht täglich oder gar minütlich gehandelt werden – was allein aus buchhalterischer Sicht für mehr Stabilität im Portfolio sorgt. Auch ihre Korrelation zu klassischen Anlageklassen wie Aktien und Staatsanleihen ist relativ gering und teilweise sogar negativ, womit sie effizient zur Diversifikation beitragen. Und angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds ist ein weiterer wichtiger Faktor, dass alternative Anlageklassen auch als beständige Ertragsquelle dienen können, ohne dabei das Risiko eines Portfolios signifikant zu erhöhen.

 

So haben sich in der Coronakrise unter anderem liquide Makro-Strategien bewährt, die dank Hedging- und Relative-Value-Strategien einen guten Schutz gegen die Marktvolatilität boten. Weniger liquide, aber mit nachhaltigen Ertragschancen, sind Anlagen in Immobilien und Infrastruktur, die relativ hohe Erträge bei einer relativ geringen Korrelation zu den Aktienmärkten bieten. (ah)

Foto: © peterschreiber.media — stock.adobe.com

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