VanEcK: Gold bleibt interessant

Aus dem Bericht des World Gold Council für das zweite Quartal geht hervor, dass sich die Gesamtnachfrage nach Gold im ersten Halbjahr verbessert hat, was vor allem auf das Wiederaufleben von Covid in Indien zurückzuführen ist, wie Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar schreibt.
23. August 2021
Gold - Foto: © peter

Aus dem Bericht des World Gold Council für das zweite Quartal geht hervor, dass sich die Gesamtnachfrage nach Gold im ersten Halbjahr verbessert hat, was vor allem auf das Wiederaufleben von Covid in Indien zurückzuführen ist, wie Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar schreibt.

„Dies war zwar erwartet worden, doch die Höhe der Zentralbanknachfrage war eine deutlich positive Überraschung. Die Nettokäufe der Zentralbanken beliefen sich in der ersten Jahreshälfte auf insgesamt 333 Tonnen. Dies entspricht dem hohen Niveau der Nettokäufe vor der Pandemie, als Russland und China die größten Abnehmer waren“, sagt Foster. In diesem Jahr traten Thailand, Ungarn und Brasilien als größte Abnehmer auf. „Der thailändische Zentralbankgouverneur wies darauf hin, dass Gold die wichtigsten Ziele des Reservemanagements erfüllt: Sicherheit, Rendite, Diversifizierung und Absicherung des Tail-Risikos.“

Gemischte Signale

Sinkende Zinssätze deuten darauf hin, dass die Anleihenmärkte eine bevorstehende wirtschaftliche Schwäche befürchten. Die Stärke des US-Dollars hingegen ist ein Zeichen für eine gesunde Wirtschaft, die Investitionsströme anzieht. „Diese divergierenden Märkte deuten auf ein hohes Maß an Unsicherheit hin. Die Anleihenmärkte spiegeln die Besorgnis über die zunehmenden Auswirkungen der Delta-Variante und die Befürchtung wider, dass die Wirtschaft leiden könnte, wenn die Fed damit beginnt, ihre Konjunkturmaßnahmen zurückzunehmen. Andererseits deutet die Stärke des Dollars darauf hin, dass die Zinssätze im Zuge der wirtschaftlichen Erholung steigen werden“, so Foster.

Es könnte sein, dass der Dollar eine korrekte Prognose für die nahe Zukunft darstellt, während Anleihen eine längerfristige Perspektive haben. Fiskal- und geldpolitische Anreize werden die Wirtschaft noch ein oder zwei Jahre lang ankurbeln. „Wir glauben jedoch, dass das Wirtschaftswachstum mit zunehmenden Risiken behaftet sein wird, sobald die konjunkturellen Anreize nachlassen. Die Aktien- und Anleihenmärkte könnten ohne die von Regierungen bereitgestellte Liquidität, auf die sie bauen, zusammenbrechen“, sagt Foster.

Versteckte Inflation

Derzeit treiben Angebotsengpässe und die wachsende Nachfrage die Inflation an. „Wir glauben jedoch, dass eine Rekordgeldmenge, strukturell höhere Rohstoffpreise, demografische Verschiebungen in Bezug auf den Faktor Arbeit und die Verlagerung des Handels darauf hindeuten, dass die Inflation langfristig anhalten könnte. Inflation stellt ein erhebliches Risiko dar und wenn der Anleihenmarkt die wirtschaftliche Schwäche richtig vorhersagt, dann wird die aktuelle Inflation eventuell irgendwann in eine Stagflation übergehen“, so Foster.

Eine andere Interpretation der Divergenz zwischen dem Dollar und den Anleihenmärkten besteht darin, dass die traditionellen Signale, auf die sich der Markt verlässt, durch die radikale Finanz- und Geldpolitik, die mit der globalen Finanzkrise begann und mit der Pandemiekrise geradezu entfesselt wurde, verzerrt wurden. „Die Welt ist mit Liquidität, die fast zum Nulltarif erhältlich ist, gesättigt. Billionen von Dollar können die Märkte ohne Rücksicht auf Fundamentaldaten antreiben, wenn sich Anleger verzweifelt auf der Suche nach Rendite befinden“, sagt Foster. (ah)

Foto: © peter — stock.adobe.com

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