HighlightMärkteBiden-Konjunkturprogramm zeigt Wirkung

Für Frank Rybinski, CFA, Chef-Makrostratege bei Aegon Asset Management, bringt die neue Administration anstehende politische Veränderungen u.a. bei Ausgaben, Steuern und dem Handel mit sich. Dabei sieht Rybinski unterschiedliche Auswirkungen auf den Markt aufgrund der Neuausrichtung.
1. Februar 2021
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Für Frank Rybinski, CFA, Chef-Makrostratege bei Aegon Asset Management, bringt die neue Administration anstehende politische Veränderungen u.a. bei Ausgaben, Steuern und dem Handel mit sich. Dabei sieht Rybinski unterschiedliche Auswirkungen auf den Markt aufgrund der Neuausrichtung.

Zusätzlich zu dem im Dezember 2020 verabschiedeten Konjunkturprogramm in Höhe von 900 Mrd. USD dürfte es der Biden-Regierung gelingen, im ersten Quartal ein weiteres Konjunkturprogramm in ähnlicher Größenordnung zu verabschieden (das deutlich unter der ursprünglichen Forderung von Präsident Biden von 1,9 Billionen USD liegt). Diese Konstellation bedeutet, dass die von uns erwartete Abschwächung in der ersten Jahreshälfte nun wahrscheinlich deutlich angekurbelt werden wird.  Dies sollte die Wirtschaft bis in die letzte Jahreshälfte überbrücken, in der unserer Meinung nach eine Normalisierung einsetzen sollte. Konkret heben wir unsere BIP-Prognose für 2021 von 3,5 % auf 5,2 % an. Grund dafür sind die zahlreichen Konjunkturmaßnahmen, die das von uns erwartete schwächere erste Halbjahr im Vergleich zum Zweiten ankurbeln. Sollte dies zutreffen, wäre dies das stärkste Jahreswachstum seit 1984.

Aufgrund der zweifachen Stimulierung (fiskalisch und geldpolitisch) und der Normalisierung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte könnte das nominale Wachstum für das Jahr im Bereich von 6 bis 7 % liegen.  Wir bevorzugen weiterhin Anlagen, die von dieser Beschleunigung des Nominalwachstums im frühen Zyklus profitieren, insbesondere Aktien.

US-Dollar schwächt sich ab

Der bevorstehende starke Anstieg der schuldenfinanzierten Staatsausgaben in Kombination mit der ohnehin schon lockeren Geldpolitik der Federal Reserve ist ein Grund für einen niedrigeren US-Dollar im Laufe der Zeit. In gewisser Weise ist dies das Gegenteil der 1980er Jahre, als eine lockere Fiskalpolitik durch eine straffe Geldpolitik kompensiert wurde, die den kometenhaften Aufstieg des Dollars anheizte, der erst durch den Plaza Accord gestoppt werden konnte – die Vereinbarung der G‑5-Staaten von 1985, die Wechselkurse durch Abwertung des US-Dollars gegenüber dem japanischen Yen und der Deutschen Mark zu manipulieren.

Steilere Treasury-Zinskurve:

Die Zinskurve ist in diesem Jahr bereits ziemlich steil geworden, aber wir glauben, dass sich dies noch weiter fortsetzen wird. Die Netto-Emissionen der Treasuries nehmen zu, um alle Ausgaben zu bezahlen (es wird möglicherweise eine Erhöhung der Steuern geben, aber nicht genug, um die erhöhten Defizitausgaben zu bezahlen).

Werden diese Emissionen mit einem allmählichen Anstieg der Inflationserwartungen kombiniert, ist davon auszugehen, dass sich das lange Ende der Treasury-Kurve nach oben bewegt. Gleichzeitig gehen wir von einer großen Nachfrage aus, vor allem durch die Käufe der Fed durch die quantitativen Lockerungsprogramme, so dass die Fed das kurze Ende der Kurve für die absehbare Zukunft niedrig halten wird. Diese Kombination, dass das vordere Ende niedrig bleibt und das lange Ende sich nach und nach oben bewegt, bedeutet eine weitere Versteilung. (ah)

Foto: © Andrea Izzotti- stock.adobe.com

 

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