2026 im Zeichen der Unsicherheit: Zinskurve, Private Markets und US-Politik als zentrale Treiber institutioneller Strategien

Welch eine Achterfahrt der Gefühle und der sich verändernden Erwartungen seit Beginn des Jahres. Das Ereignis, dass wohl die Märkte besonders für institutionelle Anleger am deutlichsten beeinflusste war im März Liberation Day. Die Erhöhung der Zölle hatte zur Folge, dass die Erwartungen hinsichtlich Ausmaßes und Geschwindigkeit der Zinssenkungen deutlich angepasst werden mussten. Letztlich hat die amerikanische Zentralbank Fed die Zinsen zwar gesenkt, aber mit wenig Enthusiasmus und mit deutlichen Botschaften zu einem eher vorsichtigeren Vorgehen für die Zukunft.
10. Dezember 2025
Frank Pöpplow - Foto: Copyright Federated Hermes

Welch eine Achterfahrt der Gefühle und der sich verändernden Erwartungen seit Beginn des Jahres. Das Ereignis, dass wohl die Märkte besonders für institutionelle Anleger am deutlichsten beeinflusste war im März Liberation Day. Die Erhöhung der Zölle hatte zur Folge, dass die Erwartungen hinsichtlich Ausmaßes und Geschwindigkeit der Zinssenkungen deutlich angepasst werden mussten. Letztlich hat die amerikanische Zentralbank Fed die Zinsen zwar gesenkt, aber mit wenig Enthusiasmus und mit deutlichen Botschaften zu einem eher vorsichtigeren Vorgehen für die Zukunft.

Und so gehen wir in das Jahr 2026 mit einer steileren und gedrehten Zinsstrukturkurve, die für Anleger bedeutet, dass das kurze Ende niedrigere Zinsen bietet, dass lange Ende jedoch höhere Zinsen als in 2024 und zu Beginn des Jahres 2025. Dies wird institutionelle Anleger dazu bringen, bestehende Duration Gaps durch die Direktanlage weiter zu schließen und Anlagen zu tätigen, die mit Rendite und Kupon den Rechnungszins übertreffen. Wir gehen davon aus, dass sich in der strategischen Assetallokation keine besonderen Veränderungen ergeben werden. Credit Investments (Investment Grade Corporates in USD oder EUR sowie High Yield) sind in geringem Maße zu erwarten, soweit es sich um eine Verbreiterung der Diversifikation oder aber um den Austausch existierender Manager handelt. Sollte die amerikanische Zentralbank auch in 2026 einen Kurs weiter sinkender Zinsen verfolgen, so könnten Investitionen in im Emerging Market Debt Portfolien interessant werden.

Im auslaufenden Jahr 2025 wurden einige europäische Aktienmandate ausgeschrieben. Dies ist wohl eine Antwort auf die sehr positive Entwicklung des europäischen Aktienmarktes gegenüber dem amerikanischen. Wir glauben jedoch, dass globale Aktienstrategien (Developped Markets) Ländern stärker im Fokus stehen werden. Auch Emerging Market Equities, hier vielleicht stärker solche Strategien, die ausschließlich in Asien investieren, könnten Favoriten der Nachfrage sein.

Bei den Investitionen in die Assetklassen der Private Markets werden Infrastrukturinvestments im Vordergrund stehen, da regulatorisch hierfür in 2026 die Quoten auf Grund regulatorisch größerer Freiheiten erhöht werden. Bei Private Equity hemmt nach wie vor die hohe Liquidität existierender Fonds den Markt. Rückflüsse verzögern sich, so dass Investoren weniger Re-ups machen werden. Aber generell sind die Investoren auf dem Weg zurück zu alten Niveaus.

Der Markt für Private Debt wird in den Segmenten Mezzanin und Unit-Tranche die Ausfälle erleben, die statistisch prognostiziert sind. Deshalb werden Anleger durchaus Senior Secured verstärkt anschauen.

Das Anlageverhalten der Privatanleger und der Vermögensverwalter erwarten wir in 2026 aktienlastig. Globale Aktien Fonds, aber auch spezifische US Aktienfonds, Emerging Markets oder China werden aus den Veränderungen der Allokationen heraus als taktisches oder langfristiges Investment ein Thema bleiben. Viele Privatanleger werden aber auch zur Risikoreduzierung auf Short Duration Anleihe Fonds zurückgreifen. Es sind also keine großen Veränderungen zu 2025 diesbezüglich zu erwarten. Allerdings wird es große Veränderungen in der „Dareichungsform“ geben. Das Wachstum aktiver ETFs wird weiter stark wachsen. Natürlich sind die Wachstumsraten auf Basis des niedrigen Bestandes riesig, aber der Trend wird auch für die weitere Zukunft anhalten.

Wird es genau so kommen? Einen politischen möglichen Event wird man beobachten müssen. Es sind Mid-Term Wahlen in den USA. Da für die Wähler die wirtschaftliche Situation der wahlentscheidende Faktor ist, wird Präsident Trump alles versuchen, um die Wirtschaft zu stimulieren. Es ist bekannt, dass niedrigere Zinsen sein Wunschmittel sind. Sollte der Präsident die Fed unter seine Obhut bringen, ist ungewiss, wie der Kapitalmarkt dies goutieren wird. Höchstwahrscheinlich jedoch nicht positiv.

Gastbeitrag von Frank Pöpplow, Head of Business Development Deutschland und Österreich bei Federated Hermes Limited

SOCIAL MEDIA

RECHTLICHES

AGB
DATENSCHUTZ
IMPRESSUM
© wirkungswerk
ALLE RECHTE VORBEHALTEN

Anmeldung zum Newsletter